Bahnhofstrasse versus Bahnhofstrasse

Ausverkauf und Wühltisch
Ausverkauf

Auf meinem Tisch liegt der Tages Anzeiger, ich schlage ihn auf und bekomme zu lesen, wie  die Uhrengeschäfte an der Bahnhofstrasse in Zürich um die Gunst der Kunden kämpfen und dazu ein Ladenlokal nach dem andern annektieren bis die Strasse in Zukunft, so steht es in der Zeitung, nur noch aus Luxusuhren Geschäften und Billigmode Läden bestehen wird.

Auffallend an den Statements die René Beyer und Franz Türler, Inhaber der gleichnamigen Bijouteriegeschäfte, in dem Artikel von sich gaben, ist, dass sich das Kaufverhalten ihrer Kundschaft offensichtlich denen der Billigmodehäuser in manchen Dingen ähneln. Einmal abgesehen davon das den Kunden in den einen Geschäften Champagner und in den anderen Wühltische angeboten werden, so würden die Kunden beider Geschäfte offensichtlich den Händlern am liebsten auch noch die grauen Haare vom Kopf kaufen wenn sie die auch noch anbieten würden. Gemäß der Aussage von René Beyer, sei es für Ihn schwieriger Uhren zu beschaffen als sie zu verkaufen!!!!!

 

Als Unternehmer bekomme ich glänzende Augen und gleich kommt mir der Gedanke ebenfalls konsumfreundliche Massenprodukte ins Sortiment aufzunehmen, wenn möglich sogar eines das im Ausland hergestellt wird, denn da stimmt ja auch die Marge.

 

Als Goldschmied und Kreativer gibt es mir jedoch zu denken, wenn der Schmuckkunde das Spezielle an einer Einzelanfertigung, das Besondere und Einzigartige an einem handgefertigten Schmuckstück nicht mehr erkennen und schätzen kann. Wenn er nur die Wiedererkennbarkeit grosser Marken sucht und somit das Schmuckstück zu einem reinen Handelsprodukt degradiert wird. Da verstärkt sich unweigerlich das Gefühl, dass sich Kunden immer öfter wie Lemminge verhalten und einfach denen hinterherlaufen die am lautesten brüllen.

 

Gut möglich, dass das ein naiver Gedanke eines Unternehmers an der Bahnhofstrasse in Wetzikon ist, denn meine Miete ist in den letzten sieben Jahren ja nicht um bis zu 70% gestiegen, aber das liebe Leser ist eine ganz andere Geschichte...

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0